Die Sonnenfinsternis 2026 kam ja wieder komplett unerwartet – ich hatte ganz einfach vergessen, die richtigen Sonnenbrillen früh genug zu kaufen. Stundenlang anstehen wollte ich nicht. Ich habe mir eine Camera Obscura gebaut. Man braucht nur eine Schachtel und ein Stück Alu, z.B. von einem Kerzenlicht, das man mit einer Nadel ganz fein durchsticht.
Eigentlich habe ich zwei gebaut: eine mit einer Schachtel, eine mit einem langen Rohr von einem Poster. Das Rohr hat sich nicht bewährt: das Bild war zu schwach und die Ausrichtung auf die Sonne zu schwierig. Die andere funktionierte hingegen tadellos. Unten ist das Alustück mit dem kleinen Loch angeklebt. Das grosse Kartonstück macht etwas Schatten, damit man das Bild stärker sieht.



Ich hatte noch eine Sonnenfilterfolie, mit der ich 2019 mein Teleskop schützte. Mit dieser Spezialfolie kann die Sonne durch ein Linsenteleskop beobachtet werden. ACHTUNG: keinesfalls irgendwelche Alufolien verwenden! Erblindung droht, ein gesprengtes Teleskop ist noch das harmloseste, was passieren kann! Es handelt sich hier im eine Baader Astrosolarfolie, die für diesen Zweck geeignet ist. Die Spezialfolien für die direkte Beobachtung mit dem Auge sind noch etwas „dichter“ (Dämpffaktor ca. 1:125.000 ), aber der tiefe Sonnenstand dämpft das Licht noch ca. um den Faktor 100, sodass diese Folie mit dem Dämpffaktor von ca. 1:100’000 vertretbar ist.

Durch die Folie sieht man die Sonne absolut scharf. Allerdings kommt ein Smartphone mit seiner KI-Logik nicht damit klar: das folgende Bild zeigt eigentlich die verdeckte Sonne; sie erscheint aber trotzdem als volle Scheibe…

Am Ende war es noch ein schöner Abend. Und nein, ich verrate nicht, wo ich war. Es hatte früher dort viele Antennen.
